Leider habe ich im Moment keine besseren Bilder...
Knut... (WILK "Stern de Luxe" 545 Bauj. 1970)
mit ihm fing im Jahre1996 unser Camping mit Wohnwagen an.
Bis dahin waren wir mit unseren Kindern im Zelt und später im Faltcaravan unterwegs.
Im November 1995 war es mehr einem Zufall zu verdanken das wir zu einem Wohnwagen kamen.
Beruflich hatte Andreas auf dem Betriebshof der Stadt Wettringen zu tun. Dabei fiel ihm ein "stark vernachlässigter" Wohnwagen auf. Auf Nachfrage teilte der Leiter des Betiebshof mit, dass es sich um einen gepfändeten Wohnwagen handelt dessen Halter nicht ausfindig zu machen sei. Die Platzmiete auf dem städtischen Campingplatz sei seit 2 Jahren nicht bezahlt worden, daher sollte der Wagen in den nächsten Tagen/Wochen im Zuge einer Zwangsversteigerung veräussert werden.
Ich gab dazu ein Blindgebot ab, meine Daten wurden vermerkt und mein Gebot sollte bei der Versteigerung berücksichtigt werden.
Die Wochen vergingen und ich hatte mein Gebot schon fast vergessen, als Anfang Februar 1996 das Telefon klingelte und der Leiter des Betriebshof mir verkündete das wir Eigentümer eines Wohnwagens geworden sind weil ich das Höchstgebot gegeben hatte.
Schnell wurde ein Abholtermin vereinbart und wir mussten uns um wichtige Dinge kümmern. Unser Auto hatte zu dem Zeitpunkt noch keine Anhängerkupplung, so wurde der Nachbar gefragt um dessen Auto zu leihen.
Mitgeteilt hatte man mir nur, das die Elektrik im Wohnwagen spinnt, so dass Licht Bremse und Blinker nicht funktionieren...
Also schnell an eine Dachlatte zwei Rückleuchten montiert und mit einem langen Kabel versehen um so eine Ersatzbeleuchtung zu haben.
Die Abholung gestaltete sich alles andere als einfach. Nach tagelangem Frost schneite es sehr heftig. In Wettringen angekommen sahen wir unseren "Haufen Elend" zum ersten mal mit wachen Augen. Die Mitarbeiter am Betriebshof hatten den Wagen im inneren restlos geplündert. Selbst die Sitzpolster waren entfernt worden.
Eigentlich hätten wir den Wagen dort einfach stehen lasssen und unser Geld zurückfordern sollen, denn bei meiner ersten Besichtigung war im Inneren des Wohnwagens alles was zu einem Stellplatz gehört. Möbel, Vorzelt, Besteck, Geschirr usw. Jetzt war alles ausgeräumt und leer.
Aber... wir wollten unbedingt einen Wohnwagen haben und sagten uns nur: "Ach, ein paar Polster werden wir schon noch auftreiben und dann den Wagen etwas "anhübschen" dann wird es schon gehen."
Zuhause konnte der Wagen nicht dauerhaft stehen bleiben, also wurde eine Unterstellmöglichkeit gesucht. (Leider war die 20km weit entfernt.)
So ware s nichts mit iener schnellen Inbetriebnahme. Zuerst mussten Datenblätter und Bescheinigungen vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) besorgt werden, dann musste der Wagen zum TÜV... Wir erfuhren das der Wohnwagen schon mind. 11 Jahre abgemeldet war und somit eine Neuabnahme erfoderlich werden würde um den Wagen wieder in den Starßenverkehr zu bringen.
Dazu mussten die Bremsen, der Rahmen und der Aufbau überarbeitet werden. Neue Reifen brauchte das Teil und jede Menge Arbeitsstunden.
Aus dem angfänglichen "etwas anhübschen" wurde die Komplettdemontage der Einbauten. Decke, Wände und Möbel wurden geschliffen, grundiert und neu Lackiert. Dann musste die Aussenhaut umfangreich repariert werden. Und so kam es, dass wir im Frühjahr 1998 mit unserem "Knut" zur Prüfstelle Ibbenbüren fuhren um eine genaue Kontrolle durchführen zu lassen. Der Prüfingenieur bestätigte das ich alles richtig gemacht hatte und so konnten wir zur Zulassungsstelle fahren um die Wiederinbetriebnahme vorzunehmen.
Vergessen war an dem Tag die vielen Stunden die man fluchend und fast heulend unter, auf oder in dem Wagen verbracht hatte.
In der Zeit erlernte ich soagr das Anfertigen der Sitzgruppe incl. dem Nähen der Polster. (Auch verdeckte Reißverschlüsse gehörten zum erlernten.)
Auch im Möbelbau wurde ich fast zum Profi. Alles Dinge von denen ich bis heute noch vieles gebrauchen kann.
So konnten wir mit unserem Wohnwagen in den Urlaub starten.
Es ergab sich, dass unsere Kinder ins Ferienlager gehen wollten und wir so 10 Tage "frei" hatten um Kinderlos die erste Fahrt zu unternehmen.
Noch heue erinnern wir uns an die schreckliche ertse Fahrt die auch schin fast die letzte gewesen wäre.
Auf dem Weg zur Ostese schlingerte das ganze Gespann und unser Autop "rollte" wie ein Schiff im Sturm überr alle 4 Ecken und der Wohnwagen "tanzte" hinter uns her. Schneller als Tempo 65 war nicht drin...
Im strömenden Dauerregen kamen wir nach vielen Fahrtstunden doch am Ziel an. Stellten den Wagen und das Vorzelt auf und waren fast soweit an Ort und Stelle den Wohnwagen wieder zu verkaufen. Wieder war es Zufall, dass am nächsten Tag der ADAC mit einem mobilen Prüfstand am Einkaufszentrum in Grömnitz war und man konnte dort Bremsen und Stoßdämpfer am PKW prüfen lassen. Hier fiel auf, dass die hinteren Stoßdämpfer derart defekt waren, dass eine Dämpfungsfunktion nicht mehr gegeben war. Dazu erfuhren wir das unsere Stützlast an der Anhängerkupplung falsch berechnet war und wir mit nur 25kg Stützlast das Gespann zusätzlich in der Spurstabilität beanspruchten.
Eine Reparatur der Stoßdämpfer vor Ort war nicht möglich, also mussten wir mit unserem Gespann auch wieder nach Hause "tanzen". Jedoch stellten wir fest, das mit gut austarierter Stützlast unser Gespann fast wie auf Schienen nach Hause fuhr.
In der folgenden Zeit waren immer wieder kleinere Instandhaltungsarbeiten nötig. Sei es die Ellektrik musste erweitert/umgebaut werden, oder der Kühlschrank arbeitete nicht mehr richtig. Stets war Knut mein Lieblingsbastelobjekt.
Heftig wurde es, als wir bei einer Ausfahrt eine Stelle suchten wo kalte Luft in den Wagen strömte. Dabei haben wir eine große Schadstelle im Bugbereich der Bodenplatte gefunden. Diese hatte sich von den Seitenwänden gelöst und musste jetzt irgendwie wieder befestigt werden.
Hier ein paar Bilder von der Arbeit an den Seiten ...
Am Ende war das große Bett wieder eingebaut und Knut wieder für neue Ausfahrten gerüstet.
Ein paar Jahre später hatten wir erneut Feuchtigkeit im Wagen. Unter der Anleitung eines Profis konnte ich die Kederleisten an beiden Seiten öffnen und die Gummidichtlippe unter dem Keder erneuern. Das war zum damailgen Zeitpunkt bei Aussentemperaturen um die 40° C wirklich keine Kleinigkeit und ich sagte mir damals: "Das machst Du nie wieder!!"
Aber am Ende der ganzen Plackerei war Knut wieder für neue Ausfahrten gerüstet.
War eigentlich angedacht mit dem Wohnwagen vielleicht 1 oder 2 Jahre das Campingleben zu testen, wurden aus der ersten Idee ganze 16 Jahre "Camping mit Knut"
Erst im Jahr 2012 stellten wir bei der Vorbereitung zur Osterausfahrt fest, dass es im Wagen muffig roch. Schnell waren Wasserschäden zu sehen und wir mussten uns um Ersatz kümmern. (Zu dem Zeitpunkt war ich einfach Müde schon wieder das Werkzeug zu holen um die Schäden zu beseitigen. Irgendwann muss auch mal Schluss sein!)
Ein Ersatz war nach eingem Suchen auch mit "Paul" gefunden, so dass wir unseren (inzwischen 42 Jahre alten Knut) gegen einen deutlich jüngeren Wohnwagen tauschen konnten. Zu groß war inzwischen der Wunsch etwas moderneres zu haben. So mit richtigem Bad, Einzelbetten, einem größeren Kühlschrank einer besseren (geräuschärmeren) Umluftheizung usw...
"Paul" hat natürlich seine eigene Seite, die hier zu finden ist... (Comming soon)